Heimat-Schützenverein Petersborn-Gudenhagen

 

Über uns 

 

 

 

 

Geschichte

 

Der Gründung des Heimat- und Schützenvereins Petersborn-Gudenhagen 1956 e.V. im Jahre 1956 ging zunächst die Schaffung eines neuen Lebensraumes im Jahre 1954 für viele Menschen aus den unterschiedlichsten Herkunftsgebieten voraus. Ihre ursprüngliche Heimat, ihre Häuser und ihre Existenzen hatten sie durch die Folgen des 2. Weltkrieges verloren.

 So wurden für 60% Heimatlose und 40% Einheimische der Stadt Brilon im Ortsteil Petersborn eine neue Heimat geschaffen. Es folgte später die Erweiterung der Wohngebiete in Gudenhagen und der Pulvermühle.

 Für viele ein Neubeginn. Neben der starken Verbundenheit untereinander entstand auch recht bald der Wunsch nach einer echten und dauerhaften Gemeinschaft für alle. Eine Gemeinschaft für die drei Ortsteile Petersborn Gudenhagen und Pulvermühle.

 

So trafen sich die Männer der ersten Stunde am 16.04.1956 in der Kantine des Gastwirtes Hornig um die Gründung des Vereines einzuleiten. Schon am 29.04.1956 wurde in einer Generalversammlung der Heimat- und Schützenverein Petersborn- Gudenhagen 1956 e.V. gegründet.

Das im Vereinsnamen Petersborn vor Gudenhagen genannt wird, findet seine Begründung darin, das zur damaligen Zeit die meisten Gründungsmitglieder ihren Wohnsitz in Petersborn hatten.

 

Nach der Gründung beantragte und erhielt der Verein die Mitgliedschaft im Sauerländer Schützenbund und im Kreisschützenbund Brilon.

Mit der Gründung des Stadtschützenverband Brilon im Jahre 1975, auch unter der Mitwirkung unseres Ehrenmitgliedes Ingo Becker, ist der Heimat- und Schützenverein auch Mitglied in diesem Verband.


Der Gründung im April 1956 folgte das erste Schützenfest in einem Zelt, welches von Paul Poppe aus Klieve gemietet und hinter dem Rohbau des Gasthofs Hornig aufgestellt wurde. Ein sich über 2,5 Tage erstreckender und von starken Regenfällen begleiteter Zeltaufbau, der wegen des unebenen Geländes problematisch und nach heutigen Gesichtspunkten recht primitiv war. Um diese Geländeunebenheiten ausgleichen zu können, wurden von den Dominitwerken Bahnschwellen für den Unterbau ausgeliehen. Beim Ein- und Ausmarsch war deutlich ein Schwanken des Zeltbodens zu spüren. In Bezug auf die Labilität wurden Tanzkarten ausgegeben, um die Belastungen eingrenzen zu können. Aus dieser Zeit stammt noch der bekannte Spruch: „Jetzt tanzt grün“. Änne Drescher, Frau des damaligen Bürgermeisters Julius Drescher erinnert sich noch, dass Vorstandsmitglieder abgestellt wurden, die den Damen behilfl ich waren, wenn sie sich mit ihren Absätzen in den Spalten des Tanzbodens verfangen hatten.

Ein Schützenfest im Zelt war für das Sauerland untypisch und stellt auch heute noch eine Besonderheit dar.

Aus dem nahe gelegenen Stadtwald wurde eine lange schlanke Fichte besorgt, die dann als Vogelstange diente und auf der Böschung der Südseite des jetzige Sportplatzes aufgestellt wurde. Festwirt war Artur Hornig.

 

Gründungsschützenkönig wurde Edmund Zarschizky mit seiner Frau Hedwig.

 

Willi Hilgenstock mit Pelagia Kintscher regierte dann als Schützenkönig den Verein

im Jahr 1956-1957.

 

1956 wurde zur Erhöhung des Vereinskapitals ein Preisschießen veranstaltet, welches mehrere Jahre durchgeführt wurde.1957 folgte aus gleichem Grund ein Waldfest. 1958 wurde zum Schützenfest Paderborner Bier ausgeschenkt. Im Oktober des gleichen Jahres wurde anlässlich einer Vorstandssitzung in der Waldarbeiterhütte am Antonius erstmals über den Bau einer Schützenhalle gesprochen. Dieses Gespräch wurde dann 1964 durch Julius Jüttner, Hugo Bock und Bruno Racho fortgesetzt. Zum Schützenfest wurde 1964 Dortmunder-Union-Bräu ausgeschenkt. Festwirte waren in Eigenregie des Vereins Hugo Bock, Gerhard Leuschner und Herbert Melzer.

 

 

Schützenfest wird auch heute noch in alter Tradition nach wie vor in einem Festzelt aus Klieve gefeiert, dass die Nachfolger von Paul Poppe, der 1981 verstarb, auch heute noch zur Verfügung stellen. Natürlich hat sich die Qualität des Zeltes wesentlich verbessert.

 

Die ursprünglich einfache Vogelstange aus Fichtenholz wurde durch einen Hochspannungsgittermasten ersetzt, der in einem Betonfundament auf dem Platz am Nordwest Ende des Sportplatzes aufgestellt wurde. Rostbefall setzte jedoch diesem Masten so stark zu, dass er 1991 durch einen anderen ausgewählten Gittermasten von einer in Brilon-Wald stillgelegten Hochspannungsleitung ausgetauscht wurde. Dieser Mast trug ursprünglich einen Transformator, sodass davon auszugehen war, dass er nun auch den Kugelfang tragen könnte. Eine statische Nachrechnung gab die Bestätigung, der Bauantrag wurde gestellt und ein vom HSK beauftragtes Statikbüro aus Dortmund bestätigte die Lastaufnahme. Trotzdem wurde die Inbetriebnahme durch den HSK untersagt, da man dort die Lastaufnahme anders als der Verein bzw. das Dortmunder Statikbüro bewertet hatte. Der Leiter des Dortmunder Statikbüros kam extra zum Ortstermin am Freitag vor dem Schützenfest und bestätigte die statische Berechnung. Erst jetzt wurde die Inbetriebnahme vom HSK genehmigt. Das war knapp, denn ein Schützenfest ohne zulässige Vogelstange war unvorstellbar. Wieder einmal bestätigte sich die Hartnäckigkeit unseres damaligen 1. Vorsitzenden in der Verfolgung von berechtigten

Vereinsinteressen.

 

Aus den anfänglich schwierigen Jahren ist ein Verein gewachsen, der heute auf fast 500 eingetragene Mitglieder blicken kann. Bezogen auf die Bevölkerungsanzahl würde dies bedeuten, dass fast jeder 2. Bewohner unseres Ortsteils Mitglied im Heimat- und Schützenverein Petersborn- Gudenhagen 1956 e.V. wäre. Es darf jedoch hier nicht unerwähnt bleiben, dass auch aus anderen Ortsteilen der Stadt Brilon Mitglieder zu verzeichnen sind und viele Mitglieder, die durch Umzug bzw. Wegzug aus unseren Ortsteilen nach wie vor weiterhin Mitglied geblieben sind.

 

 

Vorsitzende

 Erster Vorsitzender wurde Willi Blüggel, der den Verein bis ins Jahr 1961 führte. Als Mann der ersten Stunde bemühte er sich, den Gründungsgedanken und den Vereinszweck in die Tat umzusetzen. Ein schwieriges Unterfangen, welches aber von ihm konsequent durchgeführt wurde.

 





Als Nachfolger wurde Julius Jüttner gewählt, der dann bis einschließlich 1979 1.Vorsitzender war. Er setzte die Arbeit für den Verein fort und schaffte in den Jahren seines Vereinsvorsitzes langsam aber kontinuierlich ein Vereinsvermögen, auf dem der spätere Bau des Gemeinschaftshauses aufgebaut werden konnte.

Erwähnt werden muss auch, dass Julius Jüttner, als einer der Vertriebenen, der in Petersborn eine neue Heimat gefunden hatte und dem das Schützenwesen in seiner ursprünglichen Heimat fremd war, sich schnell der Sauerländer Schützentradition verbunden fühlte.

 

 

Ihm folgte 1979 Ingo Becker, der den Bau des Gemeinschaftshauses begleitete. Er leitete als 1. Vorsitzender den Verein bis 1991 und stellte dann aus gesundheitlichen und beruflichen Gründen das Amt zur Verfügung, blieb aber bis zur Tilgung der durch den Bau des Gemeinschaftshausesentstandenen Schulden und Wiederaufbau des ursprünglichen Vereinsvermögens bis 1994 als 2. Vorsitzender im Vorstand tätig.



Hellmut Roitsch wurde 1991 zum 1. Vorsitzenden gewählt und führte den Verein in bewährter Weise. Trotz vieler Umbaumaßnahmen und Neuanschaffungen konnte unter seinem Vorsitz das Vereinsvermögen in gutem Zustand gehalten werden.  Auch der Aufbau einer noch heute gut funktionierenden Jugendabteilung wurde unter seiner Führung umgesetzt.



Im Jahr 2008 wählte die Generalversammlung Ulrich Becker zum Vorsitzenden, dieser leitet seit dem bis heute den Verein.

Seine Aufgabe wird es sein, in Verbindung mit dem gesamten Vorstandsteam, den Verein für die Zukunft zu wappnen. Heißt, dem starken und immer schneller voranschreitenden Wandel in unserer Gesellschaft nachzukommen, bzw. wenn möglich und sinnvoll entgegenzuwirken. Immer wieder die Jugend mit einbeziehen und den Verein an die Bedürfnisse der Mitglieder anpassen.

  





Musikkapellen:

Da unser Schützenfesttermin immer am ersten Wochenende im August ist und dieser Termin meistens zu Beginn der Sommerferien oder auch mitten drin liegt, ist es nicht immer einfach Musikkapellen für die musikalische Umrahmung des Schützenfestes zu bekommen. Das Bestreben des Vorstandes war immer, möglichst mit Musikkapellen langfristige Verträge zu schließen. Aber trotz all dieser Bemühungen war dann Anfang der 80iger Jahre der Moment gekommen, zum Schützenfest keine Blasmusik zu bekommen. Über 30 Absagen gingen ein. Musiker verschiedenster Kapellen hatten zu unserem Schützenfest so ihren Urlaub geplant, dass keine Kapelle vollständig war. Georg Stappert von dem Altenbürener Musikverein telefonierte jedoch mit „daheim gebliebenen“ Musikern aller Kapellen, stellt so eine „neue“ Blasmusikkapelle zusammen, die dann, für ein optisch einheitliches Bild, in geliehenen Uniformen spielten. So konnte auch dieses Schützenfest durchgeführt werden, obwohl die musikalischen Darbietungen zwangsläufig nicht so einheitlich waren, wie der optische Eindruck.

Bisher spielten zu unseren Schützenfesten in der Vergangenheit der Musikverein Thülen, der Musikverein Alme. der Musikverein Bruchhausen, der Musikverein Altenbüren, der Musikverein Hoppecke, der Musikverein Wünnnenberg, das Blasorchester Brilon und seit 2007 der Musikverein Messinghausen.

Begleitet wurden sie vom Tambourkorps Brilon, vom Fanfarenzug Brilon dem Spielmannszug Wülfte und seit 1986 vom Tambour Corps Bad Wünnenberg.

 

1981 wurde der Verein als gemeinnütziger Verein anerkannt.

 

 

Wappen:

Im Jahre 1982 wurden die Mitglieder zu einem Wettbewerb aufgerufen, um Vorschläge für ein neu zu schaffendes Vereinsemblem einzureichen. Unter den ca. 10 eingegangenen Vorschlägen wurden dann die sich ähnelnden Vorschläge von Dietmar Willinger und Ingo Becker ausgewählt und daraus ein gemeinsamer Vorschlag erarbeitet.

 

Dieser Vorschlag zeigt das Gemeinschaftshaus „Grün-Weiß“, das Sportheim des TuS, die Vereinsfarben, den Vereinsnamen und im Hintergrund den Wald als Hinweis auf die landschaftliche Lage in der sich der Verein und die Ortsteile befinden. Dieses Vereins-Emblem ziert seit dem die Vereinsuniform.

 

Mit der Vereinsgründung verbunden war auch der Wunsch nach einer Vereinsfahne. Ein, zur damaligen Zeit, recht teurer Wunsch, der jedoch nur durch Briloner Sponsoren realisiert und die erste Fahne am 12.07.1956 bei der Firma Fahnen-Richter in Köln in Auftrag gegeben werden konnte. Bereits im August kam diese Fahne zur Beerdigung des Vereinsmitglieds Fritz Gröger zum Einsatz. Um diese historische Fahne zu schützen und zu schonen, wurde, nachdem der Kassenbestand dies zuließ, 1996 zum 40. Vereinsjubiläum eine zweite Fahne angeschafft.

 

Gleichzeitig wurde dann auf Anregung des Vereins in Zusammenarbeit mit den anderen örtlichen Vereinen und nach einer Befragung der Bürgerinnen und Bürger für die Ortsteile Fahnen mit dem neuen Ortswappen bestellt, welche die alten und einfachen grün-weißen Fahnen ersetzen sollen, die bisher von den Bewohnern zum Schützenfest aufgehängt wurden. Auf diesen Fahnen befindet sich das neue Ortswappen.

 

Im Jahre 1983 konnte Paul Ottmann auf 25 Jahre Herstellung des Schützenvogels zurückblicken. Seit 1988 werden die Vögel nun von Wolfgang Lahme hergestellt, der den ersten Schützenvogel 1988 gleich selbst abschoss und so Schützenkönig wurde.

 

1990 wurde eine „Alterskompanie“ ins Leben gerufen, um den älteren Vereinsmitgliedern den langen Marschweg der Festzüge zu ersparen. Die Mitglieder dieser Seniorenkompanie, wie sie später bezeichnet wurden, konnten nun bei Hornigs in den Festzug eintreten und den Restweg bis ins Zelt mitmarschieren.

 

1992 fand dann das erste, sich bis heute jährlich wiederholende Fest der Seniorenkompanie statt, bei dem alte Erinnerungen ausgetauscht werden können. Von Theo Müller und seinem Team werden diese Zusammenkünfte jeweils organisiert. Bei diesen Festen ist eine hohe Teilnahme der Frauen verstorbener Mitglieder zu verzeichnen, was ein großes Interesse an diesen Treffen zeigt. Aber nicht nur Männer waren aktiv. Immer mehr Frauen beteiligten sich intensiv an den Vereinsarbeiten, wofür besonderer Dank ausgesprochen werden muss. Schon in der Gründungssatzung hatte man den Frauen die Möglichkeit einer eigenständigen Mitgliedschaft eingeräumt. 1996 nahmen Frauen in „Uniform“ am Festzug teil. 1997 erreichten drei Frauen bei der Vorstandswahl die Reserveliste, es folgte die Teilnahme von Bettina Pohl als erste Frau beim Königsschießen, zwar nur mit einem Schuss, aber nicht der Erfolg zählt, sondern die Tatsache der Teilnahme. 1998 wird dann Elisabeth Steinkemper als erste Frau und 2000 Brigitte Reichelt als zweite Frau in den erweiterten Vorstand gewählt. 2002 wird Brigitte Reichelt dann als Rechnungsführerin in den geschäftsführenden Vorstand gewählt.

 

 Das Gemeinschaftshaus

Nach Ansteigen der Bevölkerungszahlen in Gudenhagen- Petersborn und der Zahl der eingetragenen Mitglieder kam 1979 wieder der Wunsch auf, eine eigene Schützenhalle zu bauen. Julius Jüttner, langjähriger Vorsitzender sah sich dieser kommenden Aufgabe aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr gewachsen und kündigte seinen Rücktritt an. Ingo Becker, als Nachfolger von Julius Jüttner gewählt, stellte sich dieser großen Aufgabe.

Der Sportverein hatte gerade sein Sportheim fertig gestellt. Verhandlungen mit dem Sportverein und der Stadt Brilon als Eigentümerin des Geländes ergaben die gemeinsame Nutzung des an das Sportheim angrenzenden Geländes für den Bau des Hauses und eines Parkplatzes, der auch für den Aufbau des Festzeltes zum Schützenfest genutzt werden sollte. Weitere Gespräche mit dem Sportverein und dem damaligen 1. Vorsitzenden Hugo Bock brachten die Zusage der gemeinsamen Nutzung der groß genug dimensionierten Toiletten- und Heizungsanlagen des Sportheims. Sodann musste die vom Bauamt der Stadt Brilon zur Verfügung gestellte Bauzeichnung überarbeitet werden, da hierin im heutigen Durchgang vom großen Saal zum kleinen Saal eine Treppe zum Dachbereich mit integrierter Einzeltoilette vorgeplant war. Nachdem eine überarbeitete Bauzeichnung vorlag, ging es an die Finanzen. Aus den bisherigen Jahren der Vereinsaktivitäten waren rund 15.000 Euro gespart worden. Ein großer Betrag, betrachtet man die bisherige Vereinsgeschichte, jedoch ein zu kleiner Betrag, um ein derartiges Bauvorhaben realisieren zu können. Die Begeisterung innerhalb der Mitglieder war sehr groß, so dass auf immense Eigenleistung gebaut werden konnte. Aber es fehlte Geld. Also wurde gesammelt und Sponsoren gesucht. Bei verschiedenen Haussammlungen und in ortsansässigen Gaststätten kamen schnell einige Tausend Euro zusammen. Verhandlungen mit Briloner Firmen brachten Zusagen für nicht unerhebliche Materialspenden. Die Stadt Brilon unterstützte das Bauvorhaben mit einer großen Zuschusssumme.

 

 

Brauereien:

Da immer noch nicht genug Gelder für den Hallenbau zusammen gekommen waren wurden Verhandlungen mit Brauereien aufgenommen. Wie z. B. mit Warsteiner, Veltins, Krombacher, Wicküler und Westheimer. Durch die Wahl der zukünftig zum Ausschank kommenden Biersorte sollte ein weiterer Baukostenzuschuss erzielt werden.

Es waren schwierige Verhandlungen, denn es konnten keine Umsatzzahlen angeboten werden. Von der Wicküler Brauerei ging ein Angebot ein, welches jedoch erst durch ein persönliches Engagement des Briloner Verlegers annehmbar wurde. Allein von der Brauerei Westheim ging ein faires Angebot ein. Diese Biersorte war jedoch hier nicht so verbreitet, dass mit einer uneingeschränkten Akzeptanz zu rechnen war. Es wurde also zunächst im Rahmen einer Brauereibesichtigung diese Biersorte „getestet“. Der Vorstand „vernichtete“ hierbei mehr als einen Hektoliter. Am nächsten Morgen war der Kopf klar und keine Beschwerden feststellbar. Ein einstimmig gefasster Vorstandsbeschluss gab dann das Ok für diese Biersorte, die zukünftig über den Briloner Verleger Peter Bergmann zum Ausschank kommen sollte. Die Richtigkeit dieses Beschlusses zeigte sich in Folge dadurch, dass die Fairness der Gräflich zu Stolberg‘ schen Brauerei Westheim bis heute ohne Einschränkungen nach wie vor Bestand hat und das Bier über Jahre erneut von der DLG in Gold ausgezeichnet wurde.

Die Brauerei wurde sogar mit dem EUROPEAN BEER STAR 2005 in Silber bei der geschmackssensorischen Bewertung ausgezeichnet. Es wurden 400 Biere aus 150 Brauereien aus aller Welt verkostet. 44 Biere gehörten zu der Kategorie Pilsner (German style). Hier ging Silber nach Westheim. Gold und Bronze gingen nach Süddeutschland. Für uns wieder ein Beweis, auch in geschmacklicher Hinsicht richtig entschieden zu haben.

 

 

Zunächst galt es jedoch, die an das geplante Gebäude angrenzende und mit starkem Gefälle versehene Freifläche anzuheben, um hierauf später einen Parkplatz anlegen und die Fläche zum Aufstellen des Festzeltes zum Schützenfest nutzen zu können. Hierzu wurden vom Steinbruch am Bielstein rund 500 to Abraummaterial mit allen erreichbaren Anhängern und Fahrzeugen herangeschafft, wobei mancher Reifen seinen Geist aufgab. 3 Euro sollte die to kosten, jedoch Paul Kraft als Inhaber des Steinbruchs und Ingo Becker übernahmen je 1 Euro, sodass der Verein lediglich mit 1Euro/to belastet wurde. Paul Kraft übernahm als Spende übrigens auch 50% der Betonkosten.

Schweres Gerät, kostenlos von Paul Kraft zur Verfügung gestellt, kam zunächst zum Einsatz. Peter Linnenbrink, als Fahrer dieses Geräts war das Vereinsmitglied, welches die ersten Arbeiten am Bau des Gemeinschaftshauses aufnahm.

 

In nur 9 Monaten Bauzeit wurden unter der Bauleitung von Hugo Bock über 16.000 unentgeltliche Arbeitsstunden geleistet. Allein auf die drei Vorstandsmitglieder Hermann Krämer, Dieter Saßmannshausen und Dietmar Willinger, sowie auf unser Bauleiter Hugo Bock kamen jeweils mehr als 1.000 unentgeltliche Arbeitsstunden. Das Gesamtobjekt wurde mit Ausnahme des Estrichs und der Oberbodenarbeiten in Eigenleistung erbracht und pünktlich zum 25-jährigen Vereinsjubiläum fertig gestellt.

 

Nach einer Namensfindungsaktion, an der viele Vereinsmitglieder beteiligt waren, erhielt das Gebäude schließlich den von Dietmar Willinger vorgeschlagenen Namen „Gemeinschaftshaus Grün-Weiß“ und festigte so den Gründungsgedanken des Vereins. Während der Bauzeit war vom 1.Vorsitzenden die Parole ausgegeben, das die Schulden des Vereins nicht höher steigen dürfen, als die Belastungen durch Kredite über die Mitgliedsbeiträge gedeckt werden können. Eine besonders wichtige Entscheidung, denn es herrschte zu dieser Zeit eine Hochzinsphase. So betrug der Kreditzins in 1983 z.B. 13,875 %. Dieser Grundgedanke konnte trotz der hohen Zinsen eingehalten werden und als das Gebäude fertig gestellt war, hatte der Verein statt 15.000 Euro Guthaben rund 15.000 Euro Schulden auf dem Konto. Ein Betrag, mit dem der Verein leben konnte, jedoch war sparsame Vereinsführung angesagt. Als Ingo Becker dann in 1994 seine Vorstandstätigkeit zurück gab, konnte er seinem gewählten Nachfolger Hellmut Roitsch ein inzwischen wieder angewachsenes Guthaben von rund 15.000 Euro übergeben. Somit war während seiner Vorstandtätigkeiten